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sebastian schütz

„New Work“ ist in aller Munde. Zwischen vielen bunten Post-Its, Tischkickern und Sitzkissen, wird in vielen Unternehmen über den Weg in die neue Arbeitswelt nachgedacht und doch steht am Ende häufig ein großes Fragezeichen: Worüber reden wir eigentlich? Homeoffice, Design Thinking oder darüber, das am besten jedes Unternehmen wie ein Startup arbeiten soll? 

Die Anforderungen an Mitarbeitende steigen

Ein einfaches Erfolgsrezept ist nicht in Sicht. Das liegt in der Natur der Sache: Die Welt wird globaler, komplexer, digitaler und verändert sich rasant – das spürt jedes Unternehmen.

Deutlich wird dies insbesondere dann, wenn man sich die steigenden Anforderungen gegenüber Mitarbeitende anschaut. Die sog. VUCA-Welt (aus dem Englischen: Akronym aus Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) verlangt neue Kompetenzen von Fach- und Führungskräften. Leadership, Empathie und hohe Kommunikationskompetenzen werden zu den wichtigsten Fähigkeiten im modernen Arbeitsumfeld. Wie lernen wir möglichst schnell mit diesen Herausforderungen umzugehen und das auch noch ohne unsere KPIs aus den Augen zu verlieren?

 

Selbstwirksamkeit wappnet für die neue Arbeitswelt

Ein Unternehmen, das seine Mitarbeitenden als größten Wert anerkennt und ihnen vielfältige Möglichkeiten bietet, sich im Rahmen ihres Berufsalltags einzubringen und Selbstwirksamkeitserfahrungen zu machen, positioniert sich mit einem klaren Wettbewerbs- vorteil. Denn ein Feel-Good-Manager und eine agile Kultur lösen nicht über Nacht alle Fragen nach Sinnhaftigkeit und Selbstwirksamkeit, die ausschlaggebend für die benötigte hohe Ambiguitätstoleranz wirken.

 

Vom War of Talents zum War for Hearts

Doch auch die Mitarbeitenden – besonders junge Fachkräfte – formulieren hohe Ansprüche an ihre Arbeitgeber und die Retention sinkt branchenübergreifend. Und da geht es längst nicht nur um das Gehalt. Es findet ein Paradigmenwechsel auf dem Arbeitsmarkt statt, der besonders von Berufseinsteigenden gelebt wird, deren Ansprüche an ihren Arbeitsplatz wachsen. Viele Unternehmen reagieren darauf mit einer Priorisierung kultureller Prozesse und entwickeln diverse Maßnahmen um ihre Mitarbeitenden auf sich ändernde Bedingungen vorzubereiten. Eine empowernde, positive Unternehmenskultur und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten sind dabei ausschlaggebend für eine nachhaltige Mitarbeiterbindung.

 

Warum es nicht nur um Feelgood-Manager und Agilität geht

Ein Feelgood-Manager und eine agile Kultur lösen nicht über Nacht alle Fragen nach Sinnhaftigkeit und Selbstwirksamkeit. Gerade deshalb sehen wir ein großes Potential im Bedarf sozialer Organisationen. Dort kann man die eigenen Skills in einem neuen Kontext einbringen und lernt die gesellschaftliche Relevanz der eigenen Perspektive ganz praktisch und live kennen.

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© Sebastian Schütz

 

Skilled Volunteering vermittelt wichtige Skills für die neue Arbeitswelt

Doch Veränderung bietet auch immer neue Chancen. Es entstehen neue Formen der Zusammenarbeit, neue Prozesse und neue Bedürfnisse. Hier besteht die Möglichkeit sinnvolle innovative Ansätze auszuprobieren und Synergien zu entdecken.

Ein neuer globaler Trend ist das Skilled Volunteering. Skilled Volunteering ist der am stärksten wachsende Bereich von Corporate-Citizenship-Programmen. Mehr als 50 % der größten Unternehmen weltweit setzen die Fähigkeiten ihrer Mitarbeitenden ein, um soziale Organisationen über einen spezifischen Zeitraum zu unterstützen und deren komplexe Herausforderungen zu lösen. Fähigkeitsbasiertes Engagement ist eine besondere Form des Corporate Volunteerings, das die Vorteile eines Volunteering-Programms mit Personalentwicklungselementen verbindet.

Mitarbeitende unterstützen soziale Organisationen mit ihren beruflichen Fähigkeiten in einem klar abgesteckten Rahmen. Dabei werden Kompetenzen wie Agilität, Reflexion und Verantwortung gezielt ausgebaut und in einem neuen Kontext angewandt. So lässt sich nachweisbar die Performance, Retention und Identifikation der Mitarbeitenden steigern. Gelebte sinnerfüllte Unternehmenskultur die auch noch einen gesellschaftlichen Mehrwert bietet – ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Zukunft der Arbeitswelt.

Sebastian Schütz
Experte für die Themen Skilled Volunteering, Digitalisierung und Online-Campaigning
Sebastian Schütz ist Experte für Skilled Volunteering Programme in Unternehmen, Digitalisierung der Zivilgesellschaft und Online Campaigning. Er ist Mitgründer der Engagementplattform für Digitalexpert*innen und Kreative youvo.org und entwickelt derzeit das Social Startup youvo.work, dass sich mit einem Skilled Volunteering an Unternehmen richtet, die ihren Mitarbeiter*innen ein motivierendes und sinnstiftendes Engagement-Angebot anbieten möchten. Ferner leitet er das Kampagnenteam des Change.org e.V. in Berlin. Twitter: @sebschuetz