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digitale transformation

 

Veränderungsmanagement ist ein Balanceakt: Auf der einen Seite müsse die Sorgen der Mitarbeitenden beschwichtigt werden, auf der anderen Seite soll sich das Unternehmen fortschrittlich auf ein gewünschtes Ergebnis zubewegen.

„Der anspruchsvollste Teil digitaler Innovation ist nicht die Technologie, sondern effektiv mit Veränderungen anzugehen und Menschen dazu zu bringen, sich auf sie einzulassen.“ (Jon Rauschenberger)

Im Juli 2018 zementierte das amerikanische Streaming-Unternehmen Netflix seinen Platz an der Spitze der Fernsehindustrie: Es beendete die 17-jährige Erfolgsserie seines Konkurrenten HBO und löste ihn als die für die meisten Primetime Emmy Awards nominierte Fernsehgesellschaft ab. Dieser Erfolg ist in Anbetracht der Tatsache, dass Netflix erst seit 2012 eigene Formate produziert, sogar noch beeindruckender – gegründet wurde das Unternehmen nämlich 1997 als Online-Videothek für DVDs und Blu-rays. Die Bereitschaft des Unternehmens, die Normen der Unterhaltungsindustrie infrage zu stellen, kombiniert mit hoher Innovationsfähigkeit lässt sich mit zwei Worten charakterisieren: digitale Transformation.

Die Notwendigkeit, Unternehmenskulturen anzupassen oder Arbeitsabläufe zu modernisieren, führt bei vielen Unternehmen zu einer digitalen Transformation – ob nun ein Unternehmen auf seinem Spezialgebiet neue Wege geht (wie Netflix) oder in der jeweiligen Branche die Oberhand behalten will (Nachrichtenkanäle wie die New York Times). Howard King, Experte für Datenanalyse, schrieb für die britische Zeitung The Guardian: „Unternehmen verändern sich nicht freiwillig, weil dies teuer und riskant ist. Unternehmen werden verändert, wenn sie es nicht geschafft haben, sich weiterzuentwickeln.“

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Wandel anregen

Jon Rauschenberger, Mitgründer von Clarity Consulting, schreibt: „Der anspruchsvollste Teil digitaler Innovation ist nicht die Technologie, sondern effektiv mit Veränderungen anzugehen und Menschen dazu zu bringen, sich auf sie einzulassen.“ Ob Geschäftsführer nun bahnbrechende Technologien in ihre Firma einführen oder einfach nur ihre digitale Infrastruktur aufrüsten möchten – der Erfolg hängt nicht von der Technologie selbst ab, sondern davon, wie sehr Kunden und Angestellte während des Prozesses einbezogen werden. Bevor ein Unternehmen Änderungen an die Kunden kommunizieren und vermarkten kann, muss es die Transformation allerdings zunächst seinen Angestellten verkaufen.

Sobald die Entscheidung getroffen wurde, die digitale Transformation an einem Arbeitsplatz umzusetzen (sei es durch neue Qualifikationen der Arbeitskräfte oder die Automatisierung bestimmter Prozesse), müssen Pläne gemacht werden, um die Verbreitung von Falschinformationen oder Gerüchten zu verhindern. Die Angestellten sollen Ruhe bewahren. Da Veränderung abschreckend wirken kann, wird ihr oft mit Angst oder Widerstand begegnet. Arbeitskräfte, die sich über die Zeit eine stabile Routine erarbeitet haben, können mitunter unflexibel und resistent gegen Veränderungen, besonders technologischer Art, reagieren. Um Angestellte und Teilhaber an Bord zu holen, müssen Unternehmen schnell und selbstbewusst Strategien zur Bewältigung von Veränderungen anwenden. Es muss sichergestellt werden, dass die Betroffenen nicht nur wissen, was sich ändern wird, sondern auch, was die möglichen und angestrebten Vorteile sind.

 

Mit gutem Beispiel vorangehen

Erfolgreiches Veränderungsmanagement kann im Büro Begeisterung entfachen und Angestellte dazu anregen, neue Arbeitsweisen, die sie zu einem gemeinsamen Ziel führen, anzunehmen. Kevin O’Marah nennt es „den Nordstern eines Unternehmens“.

Damit das Veränderungsmanagement während der digitalen Transformation gut läuft, sollten sich Geschäftsführer an folgende Richtlinien halten:

  • Das Management muss Begeisterung für die gewünschte Veränderung wecken. Wenn ein Richtungswechsel oder eine Anpassung der Geschäftsoperationen stattfindet, orientieren sich Angestellte oft an Vertrauenspersonen (Chefs, höhere Angestellte). Darum sollte die Führungsebene darauf vorbereitet sein, zu erklären, warum und auf welche Weise die Transformation stattfindet. Fakten und Forschungsdaten sind hilfreich, um Angestellten zu verdeutlichen, warum eine bestimmte Veränderung notwendig und lohnenswert ist.
  • Beziehen Sie jede Unternehmensebene in die Veränderung mit ein. So fühlen sich einerseits alle gehört, andererseits bringt es die Ziele aller auf einen Nenner und bringt möglicherweise die nächste Generation von Führungskräften hervor – denn die Angestellten, die sich für Veränderungen starkmachen, werden oft zu Botschaftern und Unterstützern von Wandel am Arbeitsplatz.
  • Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation! Der wohl wichtigste Aspekt von Veränderungsmanagement ist, konstant alle Beteiligten darüber zu informieren, wie der Prozess verläuft und was die nächsten Schritte sind. Ohne Ehrlichkeit und Transparenz kommen schwierige Fragen und Zwiespälte auf. Und so sei gesagt, Kommunikation entscheidet über den Erfolg der digitalen Transformationrawpixel-653769-unsplash

Veränderung zum Besseren

Die Acht Phasen des Veränderungsprozesses nach John P. Kotter werden oft als Standardmodell für Veränderungsmanagement angesehen. Sie können als hilfreicher Leitfaden für Veränderungen innerhalb eines Unternehmens dienen. Vom ersten Schritt (ein Gefühl der Dringlichkeit zu vermitteln) über das Sichtbarmachen von kurzfristigen Erfolgen bis hin zum finalen Schritt (die Veränderungen in der Unternehmenskultur zu verankern) hat sich das Modell über die Zeit bewährt und vielen Unternehmen dabei geholfen, ihre Ziele zu erreichen.

Während mehr und mehr Unternehmen eine digitale Transformation durchlaufen und die Dringlichkeit für Veränderungen zunimmt, ist und bleibt eines unerlässlich: Unternehmen müssen während des Prozesses ihre Angestellten genauso im Blick haben wie das Endresultat. Wenn ein Unternehmen mithilfe von Kotters Modell oder anderen Theorien zum Veränderungsmanagement dafür sorgen kann, dass die Angestellten während der digitalen Transformation informiert, involviert und interessiert sind, stehen die Weichen auf Erfolg.

Johnny Byrnes
Professional Writer and Journalism Graduate
Having previously worked at both an up-and-coming start-up and an established international company, Johnny has over two and half years of experience working as a professional writer and editor. Johnny is keenly interested in the HR fields of digitisation, change management, and employment law.