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Dresscodes in Unternehmen

 

Arbeitsstandards entwickeln sich ständig weiter und die Definition von Firmenkultur wird immer komplexer. Vermehrt werden verschiedene ethnische Hintergründe und Altersgruppen in das Gefüge unserer Arbeitswelt eingegliedert. Das kann dazu führen, dass Meinungen und Erwartungen kollidieren – besonders wenn Unternehmen versuchen, mit modernen Trends Schritt zu halten.

In Bezug auf die Garderobe waren Büroumgebungen traditionell eher formell, aber nun gehören Anzüge und Krawatten größtenteils der Vergangenheit an. Obwohl es wichtig für Unternehmen ist, sich professionell zu präsentieren, ist das Überdenken von Dresscodes am Arbeitsplatz bezeichnend für eine Unternehmenskultur, die mit der Zeit geht. Viele große Unternehmen heißen jüngere Generationen in ihren Teams willkommen, was die Grenzen zwischen Modernität und Tradition zunehmend verschwimmen lässt. Die Weiterentwicklung von Arbeitskleidung zu ignorieren ist kontraproduktiv. Ein angebrachter Umgang mit dem sich wandelnden Standard stellt hingegen sicher, dass ein Arbeitsumfeld für alle Angestellten fair und angenehm gestaltet ist.

 

Warum Ihr Unternehmen einen passenden Dresscode braucht

Unternehmen definieren Professionalität heutzutage immer fortschrittlicher. Aktenkoffer werden durch Rucksäcke ersetzt und Turnschuhe gehören mittlerweile zur Bürogarderobe dazu. Infolgedessen verändern sich auch Büroetikette und Verhaltensstandards – und die Art und Weise, wie wir uns geben. Einige Faktoren für diese sich wandelnden Normen sind legere Modetrends, eine Verbreitung der Start-up-Kultur und eine veränderte Definition von Erfolg.

Diese Veränderungen bringen auch Unsicherheit darüber mit sich, wie mit Dresscode am Arbeitsplatz umzugehen ist. Alte Richtlinien einfach aufzulockern, ohne sie offiziell zu ändern, oder gar keine Richtlinien zu haben, kann zu Verwirrung und ungeklärten Problemen in der Personalabteilung führen. Einen klaren Dresscode zu entwerfen, den Angestellte verstehen und unterstützen, ist eine bessere Herangehensweise, um Zufriedenheit am Arbeitsplatz und eine gesunde Unternehmenskultur zu gewährleisten.

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Wo anfangen?

Eine in den USA durchgeführte Studie aus dem Jahr 2016 kam zu dem Ergebnis, dass 61 Prozent aller Angestellten zufriedener wären, wenn sie sich so anziehen könnten, wie es ihnen gefällt. Vollständig aufgelockerte Richtlinien passen allerdings nicht in jede Unternehmenskultur, denn Unternehmen sind genauso vielfältig wie die Individuen, die darin arbeiten. Daher sollten Ihre Bekleidungsrichtlinien unter Beachtung Ihrer einzigartigen Firmenkultur und der Individuen, aus denen Ihr Unternehmen besteht, erstellt werden. 

Einfach einen etablierten Dresscode vorzugeben ist keine optimale Lösung, da auf diese Weise nicht die Bedürfnisse der Angestellten einbezogen werden. Stattdessen könnten Sie damit anfangen, eine Fokusgruppe von Menschen in Ihrem Unternehmen, die alle Altersgruppen, Ethnizitäten, Geschlechter und Positionen einbezieht, zu befragen. Das Feedback dieser Gruppe kann Ihrem Management Erkenntnisse darüber geben, was Ihre Angestellten oft tragen, was sie akzeptabel finden und, was am wichtigsten ist, womit sie sich am Arbeitsplatz wohlfühlen. Das schafft eine solide Grundlage für eine demokratische Bekleidungsrichtlinie, die die Bedürfnisse und Erwartungen der Angestellten in den Vordergrund rückt.

 

Den richtigen Ton finden

Es ist wichtig, dass Ihre Angestellten den neuen Dresscode ernstnehmen. Deshalb ist es notwendig, die neuen Richtlinien effektiv zu präsentieren. Ihre Angestellten müssen verstehen, dass dies dem Zweck dient, ein professionelles und angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen, und nicht, um das persönliche Erscheinungsbild zu kritisieren. Es sollte betont werden, dass diese Richtlinien für Angestellte von Angestellten kreiert wurden und dem Komfort und Wohl aller dienen und keineswegs dazu, die Ausdrucksfreiheit einzuengen oder einzuschränken.

Verwenden Sie inklusive Sprache, die keine bestimmten Gruppen herausgreift oder anvisiert und ziehen Sie einen lockeren, umgänglichen Ton in Betracht, damit Ihr Management aufgeschlossen wirkt. Definieren Sie unklare Begriffe wie professionelle Kleidung oder angemessene Länge und verwenden Sie, wenn nötig, Beschreibungen und visuelle Beispiele. Vermeiden Sie die Verwendung von Sprache und Vorschriften, die bestimmte Geschlechter, Altersgruppen oder Menschen mit Behinderung diskriminiert. Gehen Sie sicher, dass Gleichberechtigung oberste Priorität hat, um so unbewusste Diskriminierung zu vermeiden.

 

Über Mode hinausgehen

Des Weiteren ist es wichtig, andere grundlegende Aspekte der visuellen Selbstdarstellung, die über Arbeitskleidung hinausgehen, anzusprechen. Religiöse Kleidung, Tattoos, Piercings und persönliche Hygiene sind tragende Elemente der persönlichen Erscheinung, die bei einer Diskussion über Dresscode am Arbeitsplatz nicht ignoriert werden sollten. Stellen Sie sicher, dass Ihre Vorschriften sowie alle Dresscoderegeln nicht gegen entsprechende Gesetze verstoßen.

Schaffen Sie gegebenenfalls alle weithin verbreiteten, wenn auch veralteten Vorschriften wie das Entfernen von Gesichtsbehaarung, das Abdecken von Tattoos oder ein Verbot von Nagellack ab. Nachsicht ist vor allem dann geboten, wenn es um extreme Wettersituationen wie zum Beispiel extreme Temperaturen geht. Wenn Angestellte sich sicher und wohl fühlen und sich respektvoll verhalten, gibt es keinen Grund, sich an alten, restriktiven Standards zu orientieren. Eine fortschrittliche und tolerante Sichtweise wird Ihre Angestellten dazu ermutigen, dieselbe Einstellung an den Tag zu legen.

 

Einen nahtlosen Übergang umsetzen

In Hinblick darauf, welche Botschaft Sie Ihren Angestellten senden wollen, ist die Art der Übermittlung eines neuen Dresscodes genauso wichtig wie der Dresscode selbst. Wenn Sie Informationen mitteilen, die sowohl das Berufliche als auch das Persönliche betreffen, sollten Sie dies klar und effektiv tun, damit alle Angestellten Sie verstehen und hinter Ihnen stehen. Dadurch, dass die Informationen in verschiedenen Formaten zugänglich gemacht werden, kann sichergestellt werden, dass sie auch bei allen ankommt – und im Gedächtnis bleibt. Eine innerbetriebliche Mitteilung mag zwar manchen effektiv erscheinen, visuell ansprechende Materialien versprechen jedoch größeren Erfolg. (In nur zwei Jahren ist das Suchvolumen für Infografiken auf Google um 800 Prozent gestiegen.) Ein interaktives Training bietet noch bessere Möglichkeiten, direkt mit dem Team zu kommunizieren und einen Sinn für Gemeinschaft am Arbeitsplatz zu schaffen sowie einen breiteren Zuspruch für die neuen Standards zu erhalten.

Wenn Sie die innovative Herangehensweise Ihres Unternehmens an wandelnde Normen hervorheben, machen Sie damit deutlich, dass Sie Brücken zwischen Generationen bauen und ein inklusives Umfeld schaffen möchten. Diese Bemühungen werden wiederum die Produktivität Ihres Unternehmens steigern. Auch wenn Sie sich vielleicht mit neuen Herausforderungen konfrontiert sehen, ist es wichtig – und salonfähiger als je zuvor – derartige Änderungen beizeiten durchzuführen. Sie brauchen dazu vor allem Offenheit, einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn und eine ausgezeichnete Kommunikation. Dann können auch Sie Ihr Büro mithilfe eines neuen, klaren Dresscodes, hinter dem auch Ihre Angestellten stehen, grundlegend und positiv verändern.

Cassondra Dolan
Main interests: Equality & diversity, company culture, women in the workplace
Living and working abroad has given Cassondra a unique lens to explore how we navigate international workplaces. In her work with Babbel she continues to expand her understanding and appreciation of best practices for diversity and equality at work, which she shares through her writing for Personnel.ly.