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Ein Interview mit Klaus Buchmüller, Leiter des Referates für Auslandseinsätze beim THW.

 

Herr Buchmüller, Sie haben für ausgewählte Mitarbeitende und ehrenamtliche Kräfte beim THW Babbel zur Verfügung gestellt. Welches Ziel verbinden Sie damit?

Wir wollen damit unseren Einsatzkräften für Auslandseinsätze ein innovatives Werkzeug an die Hand geben, um ihre Sprachkompetenz zu erweitern. Da man Babbel auch gut offline verwenden kann, kann man die Zeit z.B. in Verkehrsmitteln oder in „WLAN freien Zonen“ wunderbar nutzen. Und gerade bei der Anreise und im Katastrophengebiet selbst ist das ja oft der Fall.


Welche Rückmeldungen haben Sie von einzelnen Teilnehmenden erhalten? 

In überwiegender Zahl sind die Einsatzkräfte sehr froh, jetzt so ein Tool nutzen zu können und finden den Umgang damit hervorragend. Es ist innovativ, selbsterklärend, einfach und effektiv – so die Rückmeldungen.

 
Sie haben selbst mit Babbel Französisch gelernt. Von welchem Level kamen Sie, und wo stehen Sie jetzt?

Ich kam vom Level „0“ und habe mich mit minimalem Aufwand (15-20 Minuten pro Tag) innerhalb kurzer Zeit Lust auf mehr bekommen. Ich verstehe die Grundzüge, mein Wortschatz wird täglich besser und gefestigter. Ich wollte diese Sprache schon immer mal lernen, bin aber kein „Buch-Lerner“…..so komme ich super zurecht. Es ermöglicht mir auch dann zu lernen, wann ich gerade Zeit habe.

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THW-Ausbilder im direkten, fachlichen Austausch mit einem jordanischen Ehrenamtlichen


Wie wirken sich Ihre Kenntnisse im Arbeitsalltag aus?

Ich kann bei Arbeitstreffen mit französisch-sprechenden Partner sicher noch nicht auf einen professionellen Übersetzer verzichten, aber ich kann schon Smalltalk führen und verstehe in den Gesprächen meist schon den Kontext. Das schafft Zugang zu den Partnern auf einer anderen Ebene, denn Partner, die mich schon länger kennen, erkennen meine (hoffentlich erfolgreichen) Bemühungen an.


An welche Situationen denken Sie, in denen Sprachkenntnisse für die THW-Kräfte hilfreich (gewesen) wären?

Da habe ich selbst in meinem Berufsleben einiges selbst erlebt und auch von Kolleginnen und Kollegen mitbekommen. In einem meiner ersten Auslandseinsätze durfte ich immer an einem Sicherheitsbriefing durch das dort stationierte internationale Militär teilnehmen. Am Anfang verstand ich nur „Bahnhof“, und wunderte mich über den immer wieder kehrenden Satz Heavy selling in the north, bis ich irgendwann merkte, dass Heavy shelling gemeint war. 

Ein Kollege wollte in einem Einsatz von einem nationalen Partner einen Tipp für good food ergattern. Der Weg zum nächsten Schuhgeschäft war schnell gefunden, dies stillte den Hunger des Kollegen aber leider nicht.

Bei Ausbildungen für unsere Partnerorganisationen in englischer oder französischer Sprache greifen selbst die erfahrensten THW-Einsatzkräfte oftmals auf erstaunlich anschauliche Pantomime oder gar die deutschen Fachbegriffe zurück, wenn die Vokabeln nicht rechtzeitig parat sind. So kommt es vor, dass jordanische Ausbilder versuchen, die Begriffe „Stangenschlangenbohrer“, „Motortrennschleifer“ oder „Schmutzwasserkreiselpumpe“ zu verstehen. Im tunesischen Zivilschutz wiederum ist der Begriff „Schlauch“ bereits in den aktiven Sprachgebrauch übergegangen. Am Ende finden wir mit Händen und Füßen immer einen Weg, um wichtige Informationen zu vermitteln. Aber natürlich könnten die THW-Ausbilder/innen den Inhalt noch deutlich besser erklären, wenn sie eine Möglichkeit hätten, die entsprechenden Vokabeln im Vorfeld zu üben.

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Ausbildung überwindet Sprachbarrieren


Sie haben eine Vision, dass verschiedene Relief Organizations weltweit die Möglichkeit erhalten, sich auf gemeinsame Fachbegriffe zu verständigen. Was meinen Sie damit?

In unserem Berufsalltag sind wir international mit anderen Akteuren täglich damit konfrontiert, dass wir schnell und klar kommunizieren müssen. Oftmals verwenden wir aber bei den Übersetzungen unterschiedliche Wörter insbesondere dann, wenn es um Fachbegriffe im Bereich des Katastrophenschutzes geht. Hier ist aber ein gemeinsames Verständnis über die Begrifflichkeiten von Nöten. Mit Unterstützung von Babbel wollen wir Lektionen in verschiedenen Sprachen zu den unterschiedlichen Themenfeldern erarbeiten und international zur Verfügung stellen. So können Standards für die unterschiedlichen Fachbegriffe des Katastrophenschutzes gesetzt und gelehrt werden.

 
Welche Themenfelder betrifft dies, und inwiefern kann dieses gemeinsame Vokabular lebenswichtig sein?

Klare Ansagen und eindeutige Aussagen zwischen den verschiedenen internationalen Einsatzkräften und Teams sind eine Grundvoraussetzung für einen reibungslosen und erfolgreichen Einsatz. Dies betrifft hauptsächlich Spezialvokabular aus dem Katastrophenschutz und Rettungswesen, von Erkundung und Lagedarstellung über Sicherheit am Einsatzort bis hin zu speziellen Rettungsgeräten und Werkzeugen. Des Weiteren sollen auch Themenbereiche wie Campbau, Infrastruktur, Logistik und Wasseraufbereitung mit aufgenommen werden. Generell gibt es in allen Einsatzbereichen des Katastrophenschutzes Spezialvokabular, für das eine standardisierte Übersetzung für die internationale Zusammenarbeit von Vorteil wäre. Durch solche Standards verringern sich Missverständnisse und das sorgt für deutlich schnellere und effektivere Kommunikation und Koordination zwischen internationalen Relief Organizations, was natürlich auch schnellere Hilfe für Betroffene bedeutet. 

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